Marcel Bohnert: Deutschlands Wehrkultur ist defekt

9. August 2021

Marcel Bohnert dient als Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. In einem Aufsatz im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ setzt er sich mit Mängeln im Bereich Wehrkultur in Deutschland auseinander. Die Kultur des Landes habe sich auf eine gefährliche Weise von allem Militärischen entfernt und blende militärische Realitäten zum Schaden des Gemeinwohls weitestgehend aus.1

Marcel Bohnert: Deutschlands Wehrkultur ist defekt

Kommentar GB:

Was hier beschrieben wird, das ist ein wesentlicher Teil der vielfältigen gesellschaftlichen Dekadenzsymptome.

Auch wer in Deutschland – zum Beispiel aus historischen Gründen – mit dem Militär eher nicht sympathisiert, der vermag doch einzusehen, daß es unrealistisch ist, so damit umzugehen, wie das zur Zeit in Deutschland der Fall ist.

Soweit derzeit erkennbar droht zwar kein klassischer symmetrischer Krieg in Europa, außer – hochgefährlich – möglicherweise an der Grenze zu Rußland, aber es gibt asymmetrische militärische Konflikte in der europäischen Umgebung, und es gibt vor allem stetig zunehmende und selbstverschuldete asymmetrische Risiken hierfür in Europa selbst. Mit Ausnahme Mittel-Osteuropas hat es bekanntlich bereits zahlreiche schwerwiegende gewaltförmige Aktionen gegeben, die in ihrem Zusammenhang mitsamt ihrem ideologischen Hinter- und Untergrund, dem des islamischen Djihads nämlich, zeigen, daß diese politisch vollständig verkannte asymmetrische Bedrohung nicht nur höchst real ist, sondern fortlaufend zunimmt.

Man lese hierzu:

Bat Ye’or: Europa und das kommende Kalifat – Der Islam und die Radikalisierung der Demokratie

und mit Blick auf Frankreich:

Rezension: Michel Houellebecq – Unterwerfung

sowie

Zur islamistischen Durchdringung der französischen Schulen