Merkel am Ende ihrer Zeit

Hans-Hermann Tiedje, Gastautor / 30.08.2021

(…) „Heute kann man feststellen: Merkels 16 Jahre waren nicht die besten für Deutschland, im Gegenteil. Ausgangspunkt der Misere: Merkel hatte – im Gegensatz zu Vorgängern wie Adenauer und Schröder, vor allem aber Brandt und Kohl – keinen Plan, keine Idee, nicht mal ein Projekt. Ob sie je eine Überzeugung hatte außer jener, unbedingt im Amt zu bleiben, darf man bezweifeln. Sie war eine ungewöhnliche Besetzung, weil: Frau, in der DDR sozialisiert, FDJ-Aktivistin, Physikerin, kinderlos.“ (…)

„Apropos Migranten: Dass sich eine Million Menschen in weiter Ferne auf den Weg Richtung Deutschland gemacht hatten, war monatelang bekannt. Etwa so lange hatten die Kanzlerin und ihre Berater Zeit, den Zug zu stoppen oder stoppen zu lassen. Sie taten nichts. Dann plötzlich war es zu spät. Mit allen bekannten Folgen. Merkels Kommentar: „Nun sind sie halt da.“ Wer den Schaden hatte – die deutsche Gesellschaft – war ihr offenbar egal.“ (…) „Eine ihrer zentralen Lebens-Botschaften lautete: „Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

Für viele Deutsche ist das schon lange nicht mehr ihr Land.“

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