Gekaufte Ethik

Donnerstag, 25. November 2021

Die Wissenschaft hat sich bereits kaufen lassen — als wäre das nicht schlimm genug, dient jetzt sogar die Ethik dem schnöden Mammon.

von Jochen Mitschka

Zu Zeiten des Absolutismus holte der Herrscher Wissenschaftler und Künstler an seinen Hof, um von ihrem Glanz zu profitieren. Aber natürlich mussten diese Rücksicht auf die Empfindlichkeiten der Oberen nehmen. Sonst konnte es ganz schnell passieren, dass jemand in Ungnade fiel. Und dafür brauchte man nicht erst zu behaupten, dass die Erde eine Kugel und keine Scheibe war. Leider hat sich daran nicht viel geändert. Der heute so genannte Ethikrat erfüllt überwiegend die Aufgabe, dem Regierungshandeln grundsätzlich ethische Unbedenklichkeit zu bescheinigen. Gegenüber modernen Untertanen wird eine Ethik der Anpassung propagiert. Offizielle Moralhüter dieser Art sind somit nicht mehr in der Lage, die Macht zu kontrollieren, weil sie umgekehrt von dieser kontrolliert werden.

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