Präsidentenwahl in Frankreich

Die neusten Entwicklungen

Rechtsextremer Kandidat Zemmour wegen Hassrede verurteilt

17.01.2022

„In Frankreich wird im April 2022 ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt. Eine Übersicht darüber, wer sicher zur Wahl antritt, wer sich noch in seiner Partei durchsetzen muss und wer die Franzosen auf die Folter spannt.

Ein Pariser Gericht hat den rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour am Montag (17. 1.) zu einer Geldstrafe von 10 000 Euro verurteilt. Grund dafür sind Aussagen aus dem Jahr 2020. In einer TV-Sendung hatte Zemmour über junge unbegleitete Migranten gesagt: «Sie haben keinen Grund, hier zu sein, sie sind Diebe, Mörder und Vergewaltiger, das ist alles, was sie tun, sie sollten zurückgeschickt werden». Zemmours Anwalt Olivier Pardo erklärte gegenüber dem Fernsehsender BFM TV, sein Mandant behalte sich das Recht vor, gegen das Urteil Berufung einzulegen.“

(…)

„Eric Zemmour will nun offiziell der nächste französische Präsident werden. Der umstrittene Publizist gab am Dienstag (30. 11.) seine Kandidatur für die Wahlen im kommenden Jahr bekannt. Seit Anfang Juni hatte der 63-Jährige die Absicht immer wieder bekräftigt, ohne sich jedoch festzulegen. Seine Unterstützter, die sich «Les amis d’Éric Zemmour» nennen, hatten bereits fleissig für ihn getrommelt. Mit seinen Warnungen vor dem Untergang der Nation bedient und schürt Zemmour Ängste, die einen Teil der Franzosen umtreiben. So weigert er sich unter anderem, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden und spricht vom «grand remplacement». Seine Kandidatur könnte Marine Le Pen schaden.“ (Hervorhebung GB)

Nina Belz, Judith Kormann, Eike Hoppmann Aktualisiert 17.01.2022

https://www.nzz.ch/international/praesidentschaftswahl-in-frankreich-das-sind-die-kandidaten-ld.1650402

Kommentar GB:

Die obige Schlußpassage liest sich, als gäbe es eine normative Vorgabe dahingehend, daß zwischen Islam und Islamismus unterschieden werden müsse; negativ zu bewerten sei dabei nur der letztere. Der Islam ist aus dieser normativen Perspektive implizit etwas Gutes: nur der „Islamismus“ darf kritisiert werden.

Und wer hat nun ein Interesse an einem solchen normativen Vorurteil?

 

 

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