Das Ende des Westens?

1. Februar 2022

„Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio zweifelte in seinem 2015 erschienenen Werk Schwankender Westen an der kulturellen Nachhaltigkeit westlicher Gesellschaften. Die kulturellen Lebensgrundlagen dieser Gesellschaften erodierten zunehmend, und die „Menetekel des Abstiegs“ ließen sich nicht länger ignorieren. Im ungünstigsten Fall könnten als langfristige Folge „heute noch unvorstellbar scheinende Ordnungsverluste“ eintreten und Gesellschaften in „Bürgerkriegen“ zerfallen.

Di Fabio verwendet den Begriff des „Westens“, um den europäischen Kulturraum und die von ihn geschaffene Sphäre der Zivilisation zu beschreiben. Der Westen stelle potenziell eine „universelle Perspektive der Zivilisation“ dar, leide jedoch an kulturellen Schwächen, die seinen dauerhaften Bestand zunehmend bedrohten.1 Diese Schwächen hätten ihn in den Zustand einer “multiplen Dauerkrise” geführt, weshalb man die Idee des Westens auf ihre Schwächen prüfen müsse.2 Es mangele westlichen Gesellschaften vor allem am Bewusstsein für die kulturellen Grundlagen ihrer Stärken und Leistungen, weshalb er Zweifel an der „soziokulturellen Nachhaltigkeit“ des Westens habe.3 “ (…)

Das Ende des Westens?

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