Sprechen wir doch mal über Verschwörungspraxis

Wer Verschwörungen aufdeckt, deckt einen Verrat am Souverän auf.

Demokratie hat nur im Licht der Transparenz eine Überlebenschance.

Milosz Matuschek

«Wir dringen in die Regierungen ein», meinte der Gründer des World Economic Forum, Klaus Schwab, als er schon vor Jahren mit dem Erfolg seines «Young Global Leaders» Programms angab. Die Mehrheit des Kabinetts in Kanada, Frankreich und Argentinien bestehe bereits aus Kadern seines Nachwuchsprogramms, Merkel und Putin gehörten auch dazu.

Hey lieber Souverän, sorry, dass ich dich an dieser Stelle mal mit dem Ellbogen anstupse. Da behauptet einer mit ziemlich guten Kontakten zu Regierungen und den weltweit größten Unternehmen, dass er eine Gruppe von seinen Leuten in die Regierungen gebracht hat, die eigentlich dich repräsentieren sollen. Stört dich das nicht, so als Souverän? Sorry, wenn ich weiterfrage: Was wäre eigentlich, wenn die Repräsentanten auf oberster Ebene dort auf viele attraktivere Verhandlungspartner stoßen, als dich? Halten die dann noch am Ursprungsdeal mit dir, als Souverän fest? Oder haben sie nicht vielmehr den besten Anreiz, nur noch so zu tun?“ (…)

„Das «World Economic Forum» ist einfach nur die globale Börse für Korporatismus, nichts weiter. Nur nennt man das dort eben euphemistisch «Public Private Partnerships». Die Liste allein der «Young Global Leaders» ist lang und wird auch noch durch Tausende «Global Shapers» ergänzt. Was machen die Mitglieder dieser Organisation und warum sind sie so häufig in Regierungen?“

https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/sprechen-wir-doch-mal-uber-verschworungspraxis?token=eyJ1c2VyX2lkIjoxNjgyODUzNCwicG9zdF9pZCI6NDkwNjE2NzQsIl8iOiJhdTNrdCIsImlhdCI6MTY0NTUyNjU2NSwiZXhwIjoxNjQ1NTMwMTY1LCJpc3MiOiJwdWItOTU1NDEiLCJzdWIiOiJwb3N0LXJlYWN0aW9uIn0.phE8ll–6Mqk2hzST_OYDe17PQZCxLmTkN409nlv6Xs&utm_source=url

Kommentar GB:

(…) „K. ist keine Sonderform der Artikulation und Durchsetzung organisierter Interessen. „Vielmehr ist er eine institutionalisierte Form der Politikgestaltung, in der große Interessenverbände miteinander und mit Regierungs- und Verwaltungsakteuren nicht nur bei der Artikulation oder ‚Vermittlung‘ von Interessen vernetzt sind, sondern – in ihren entwickelten Formen – an der Herstellung politisch verbindlicher Entscheidungen und deren Umsetzung mitwirken. Gerade wegen der engen wechselseitigen Durchdringung von Staatsbürokratien und großen Interessenorganisationen erscheint das traditionelle Konzept der ‚Interessenvertretung‘ für ein theoretisches Verständnis des K. unangemessen. Vielmehr handelt es sich um ein integriertes System der ‚gesellschaftlichen Führung‘ ([Amitai] Etzioni), das – v. a. in der Vielfalt des westeuropäischen ‚Neokorporatismus‘ – eine ernsthafte Herausforderung für den traditionellen institutionellen und organisatorischen Rahmen der liberalen Demokratie darstellt“ (Lehmbruch 2003: 71).“ (…)

Quelle:

R. Czada: Korporatismus, Version 04.01.2021, 09:00 Uhr, in: Staatslexikon8 online, URL: https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Korporatismus (abgerufen: 22.02.2022)

https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Korporatismus

sowie

(…) „Von Vorteil innerhalb des Neokorporatismus erweist sich in erster Linie die Steigerung der Regierbarkeit. Ein Staat kann ohne Informationen aus Wirtschaft und Gesellschaft nur schlecht auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und ist somit auf die Informationen aus Interessenverbänden angewiesen. Es kommt also zu einer Entlastung staatlicher Behörden bzw. Ministerien, da die Interessenverbände ihr Wissen zur Verfügung stellen. Des Weiteren treten Verbände innerhalb ihrer Aufgabenfelder als gemeinwohlorientierte Steuerungsinstanzen auf. Trotzdem besteht eine Tendenz zur Institutionalisierung, eine Eigenschaft des Delegationsprinzips. In der Folge zeigt sich Korporatismus als Mechanismus, der ursprünglich als Vertreter von Interessen bestimmte Delegierte dazu bringt, sich mehr am Verhandlungserfolg mit den Korporierten der Verhandlungsgegner zu orientieren als an der Vertretung seiner Basis.

Als ein erheblicher Nachteil erweisen sich die Gefahr der „Gefangennahme“ staatlicher Behörden sowie der Prozess der „Deparlamentarisierung“ – ein Prozess, der die Arbeit von Interessen allein nur noch auf die Exekutive verlagert und das Parlament zu umgehen scheint. Ziel ist es dabei, bereits im Referentenstadium auf einzelne Gesetzesentwürfe einzuwirken. Dies betrifft insbesondere die Interessenarbeit traditioneller Verbände (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) innerhalb der Wirtschaftspolitik. Es besteht also die reale Gefahr, dass es lediglich zur Erfüllung eines partikularen Gemeinwohls zu Gunsten organisierter Spitzenverbände kommt. Wirtschaftsliberale sehen den Korporatismus als ineffizient an, wenn staatlich geschützte Kartelle entstehen, weil dann Wohlfahrtsverluste entstünden.“ (…)  (Hervorhebung GB)

https://de.wikipedia.org/wiki/Korporatismus

 

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