Einfach mal den Weltkrieg fordern

23. März 2022 um 12:19 Ein Artikel von: Tobias Riegel

Deniz Yücel und Andere fordern indirekt Flugverbotszonen über der Ukraine. Dadurch macht sich der Journalist und PEN-Präsident gemeinsam mit anderen Akteuren zur Vorhut einer unverantwortlichen Leichtfertigkeit. Diese Haltung bedroht den militärischen und den sozialen Frieden. Mit dem öffentlichen Brechen von Tabus wird einer undenkbaren Politik der Weg geebnet. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Einfach mal den Weltkrieg fordern

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Sergej Lawrow zum Ukraine-Krieg und vielem mehr – eine hoch spannende und sehr erhellende Rede

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Kommentar GB:

Ich bin erleichtert, daß Kanzler Scholz dieses enorme reale Risiko erkannt hat und daß er entschlossen ist, eine solche tödliche Torheit zu vermeiden. Und das ist nicht etwa wenig, sondern womöglich ALLES.

Es muß m. E. mit erster Priorität alles daran gesetzt werden, den militärischen Konflikt durch entschlossene und ernsthafte  Verhandlungen und das heißt, mit einem friedensfähigen und dauerhaft tragbaren Kompromiß zu beenden, und das so schnell wie eben möglich. Nicht militärische Scharfmacherei, sondern genau dies sollte im Mittelpunkt stehen und vorangetrieben werden.

Am schädlichsten überhaupt wäre es, wenn der militärische Konflikt sich immer mehr in die Länge zöge, anstatt beendet zu werden. Man bedenke, daß nicht allein die beiden Konfliktparteien, sondern daß Europa insgesamt unter dem Konflikt leidet und weiter leiden wird, weil es zugleich um die Verarbeitung der Folgen geht und weiterhin gehen wird. Die negativen ökonomischen Effekte in Europa sollten nicht unterschätzt werden, ebensowenig die expansiven, der Rüstungs- und Gasindustrie zugehörigen Effekte, die nicht zufällig fast alle ganz woanders anfallen.

Hochgradig töricht wäre es nebenbei bemerkt auch, die vorhandenen Verbindungen aller Art mit Rußland aufzugeben oder kappen zu wollen. Jenseits dieses aktuellen militärischen Konflikts, der – und das ist sehr wichtig – im Ergebnis auch zu einer deutlich zurückhaltenderen Politik der NATO führen sollte, ist zu bedenken, daß Rußland nicht unser Feind, sondern bleibend das große Land Osteuropas ist, das wir brauchen und das uns braucht. Europa kann insgesamt kein Interesse an einer spalterischen Politik im Hinblick auf den europäischen Kontinent haben; ihr ist m. E. in mittel- bis längerfristiger Perspektive entgegenzuwirken. Kurzfristig mögen die Akzente zwar anders gesetzt werden müssen, aber das sollte nicht verstetigt werden.

Wünschenswert wäre ein Frieden in der Ukraine im Sinne eines friedensfähigen und dauerhaft tragbaren Kompromisses. Er könnte, wenn sich die NATO zur Zurückhaltung statt zur Expansion entschlösse, zum Wendepunkt werden. Innerhalb der westlichen Militärallianz wäre jenseits der kurzfristigen Sicht eben darauf hinzuwirken, und das ernsthaft.

 

 

 

 

 

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