Russland warnt Finnland und Schweden vor NATO-Eintritt

12. März 2022

Der russische Angriff auf die Ukraine hat den Zuspruch unter den Finnen und Schweden für einen Nato-Beitritt stark wachsen lassen. Die Folge: Russland droht mit „ernsthafte militärische und politische Folgen“, sollten die beiden Länder aufgenommen werden.

https://www.bz-berlin.de/welt/russland-droht-mit-vergeltungsmassnahmen-bei-nato-eintritt-von-finnland-und-schweden

Kommentar GB:

In der derzeitigen westlichen Erzählung (z. B. ZDF-Info) darüber, wie es zur heutigen Ukraine-Krise gekommen ist, werden geopolitische und geostrategische Gesichtpunkte und Motive zwar nicht völlig ausgeblendet, aber sie werden so geschickt bagatellisiert, so daß eher schlecht informierte Zuschauer oder Leser sie für unerheblich halten müssen, obwohl das genaue Gegenteil der Fall ist.

Aus russischer Perspektive stellt die NATO eine Bedrohung dar, alleine schon dadurch, daß sie militärische Potenziale an die russischen Grenzen vorschieben kann. Was dadurch ausgelöst wird, das hat – damals aus US-Sicht – die Kuba-Krise demonstriert. Nun, für Rußland gilt dieselbe geostrategische Logik. Daher sollten Finnland und Schweden nicht in die NATO eintreten, und für die Ukraine gilt dasselbe. Neutrale Staaten fördern durch ihre bloße Existenz friedliche Verhältnisse.

Statt dessen wird diese objektive geopolitische Problemlage personalisiert und an Präsident Putin als Person festgemacht, in Verbindung mit allerlei mehr oder weniger plausiblen Spekulationen und Erwägungen über seine möglichen und wahrscheinlichen subjektiven Motivlagen. Daß ein anderer Amtsinhaber als Herr W.P. aber aufgrund der für Rußland derzeit gegebenen objektiven Problemlage womöglich sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich oder sogar gleichartig entscheiden würde, das gerät dabei aus dem Blickfeld.

Durch Personalisierung, Subjektivierung und Bagatellisierung der tatsächlich ursächlich wirksamen politischen Prozesse im Zusammenhang mit der (für Rußland angeblich völlig harmlosen) NATO-Osterweiterung einerseits und des „Euromaidan“ andererseits (s.u.) wird die Wahrnehmung der Zuschauer mit den Mitteln des unauffällig betreuten Denkens in die erwünschte NATO-Perspektive integriert, ohne daß das zumeist auch nur bemerkt werden dürfte. So funktioniert Propaganda.

https://de.wikipedia.org/wiki/Euromaidan

 

 

 

 

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