Das „ehrliche“ Wahlergebnis der Landtagswahl in NRW

Das „ehrliche“ Wahlergebnis der Landtagswahl in NRW

Hartmut Krauss

Heute, 16:57H. Krauss <h-krauss@t-online.de

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„Die WELT hat diesmal ihre Hausaufgaben erledigt:

Das „ehrliche“ Wahlergebnis der Landtagswahl in NRW

Die Spaltung zwischen a) dem herrschaftskonformen Block der Gesellschaft, der die etablierten Parteien wählt sowie den ideologischen Narrativen der Massenmedien folgt bzw. diese übernimmt und b) dem (unorganisierten) oppositionellen Block, der keine etablierten Parteien wählt (Nichtwähler und Wähler der „Sonstigen“) und deren massenmedial gestützte Erzählungen ablehnt und z.T. sogar verachtet, vertieft sich.

Bei der gestrigen Landtagswahl zeigte sich dieses Phänomen des schleichenden Legitimationsentzugs als Symptom postdemokratischer Gesellschaften erneut in sehr deutlicher Form: „Die Wahlbeteiligung sank auf 56,0 Prozent – ein Minus von 9,2 Prozentpunkten nach den 65,2 Prozent Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren“. (…) Auf Basis des vorläufigen amtlichen Endergebnisses liegen die Nichtwähler mit 44,5 Prozent beim „ehrlichen“ Wahlergebnis deutlich vor der CDU mit 20,0 Prozent, die nicht einmal halb so groß ist. Es folgen die SPD mit 15,0 Prozent vor den Grünen mit 10,2 Prozent.“

Grundsätzlich zur politischen Pathologie postdemokratischer Gesellschaften siehe: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/hartmut-krauss-spaltung-der-gesellschaft-als-ausdruck-einer-tiefen-politischen-systemkrise/

(…) „Die „repräsentationsdemokratische“ Beschneidung und Einschränkung der politischen Handlungsmacht der Gesellschaftsmitglieder ist im Endeffekt nichts anderes als die funktionale Zurechtstutzung des politischen Systems auf die Bedürfnisse der ökonomischen, bürokratischen und ideologischen Herrschaftsträger. Dem Wähler wird suggeriert, seine Stimme habe Gewicht und bestimme die Ausrichtung des Regierungshandelns. Tatsächlich aber ratifizieren die Bürger im Wahlakt ihre Selbstabdankung als demokratischer Souverän und legitimieren eine ihnen zunehmend entfremdete politische Klasse, die vorgibt, in ihrem Namen zu handeln, in Wahrheit aber ganz anderen Interessen als denen des Gemeinwohls folgt. Die Umsetzung von Partialinteressen als Allgemeininteresse auszugeben und kontingente Entscheidungen als alternativlosen Sachzwang oder gar als moralische Pflicht erscheinen zu lassen, wirken hierbei als zentrale Verschleierungsideologie.“ (…)

 

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